April 2007: Kulturfrühschoppen "Boogies am Sonntagmorgen"

Im Einklang mit Büschen und Boogie

Schon in der Ferne hörte man am Sonntagvormittag Klaviermusik im beschaulichen Eicherloh. Der Kulturverein Maxlruh hatte zu Boogie im Park und Naturkunde eingeladen.

Von Vroni Vogel

Eicherloh – Wer den Kalvierklängen folgte, den führten sie zum Jagdhaus Maxlruh, das inmitten eines idyllischen Lohwaldes liegt. Der Kulturverein Jagdhaus Maxlruh Eicherloh hatte zum Frühschoppen unter freiem Himmel eingeladen und wartete zugleich mit einer ungewöhnlichen Veranstaltung auf, bei der Kultur und Natur Hand in Hand gingen. Man hatte kurzerhand das Klavier auf den Freisitz des Jagdhauses gestellt. Guido Krutscher griff einfallsreich und einfühlsam in die Tasten, ließ mit verwegenen Klängen Mackie Messer durchs Gelände strolchen und den Blues über die Wiese wehen.

Gleichzeitig machte sich Anton Euringer von der Unteren Naturschutzbehörde mit interessierten Gästen zu einer Park-Erkundung auf. Euringer gestaltete seine Führung nicht nur kenntnisreich, sondern auch unterhaltsam. Immer wieder bestimmte der Naturfachmann die verschiedenen Pflanzen. „Ihr habt hier ein herausragendes Naturdenkmal im Landkreis“, meinte Euringer und freute sich, dass Gemeinde und Kulturverein die Parklandschaft pflegen und erhalten. Der Lohwald sei ein lichter Hain mit Eichen- und Buchenbestand. Von dieser Landschaft habe Eicherloh seinen Namen erhalten, erzählte Euringer. Früher habe man in solche Wälder die Schweine getrieben, die dort die Eicheln fraßen. Die Eichenrinde sei für die Gerberlohe verwendet worden. Denn Leder sei früher mit Baumrinde hergestellt worden.

Den Blick geschärft für die Artenvielfalt des Eicherloher Parks wäre man am liebsten über die Wiese geschwebt, um nur ja kein Blümchen zu knicken. Es blühten unter anderem Waldveilchen, Gündel und Buschwindröschen. Als zwischen Euringers Ausführungen der Bayerische Defiliermarsch als gemächlicher Boogie lässig durch den Hain schlenderte, machte sich die Lust breit, die beschauliche Biergartenatmosphäre zu genießen.

 

Quelle: Münchner Merkur, 24.04.2007



Letzte Aktualisierung am 24.03.2012